Trauer. Verlust. Schmerz.

Heute habe ich erfahren, dass ein ganz besonderer Mensch nicht mehr da ist, dass er nicht mehr lebt.

Er wird nie wieder zurück kommen.

Und die Lücke, die er hinterlässt, ist nicht zu füllen.

Ich habe mich erschrocken. Denn ich erinnere mich noch genau an unser letztes Gespräch. Es ist viel zu lange her. Und dennoch immer in meinem Herzen. Denn wir sprachen über die Liebe.

Es ist egoistisch. Traurig zu sein. Das ist mir aber egal, denn ich weine, ich trauere um einen Menschen, der mir nah war. Es tut weh, nie mehr auf Wiedersehen zu sagen. Es tut weh, plötzlich zu erfahren, dass eine riesige Lücke in dem Leben einiger Menschen entstanden ist. Es tut weh. Ich finde es kacke. Ich bin fassungslos. Habe nicht die richtigen Worte. Aber auch das ist ok.

Warum ich das hier schreibe?

Weil ich weiß, dass jeder von uns eines Tages jemanden verliert. Und weil ich weiß, dass meine Art zu leben davon geprägt ist, meine Gefühle nicht zu verstecken. Ich will sie teilen, ich will normalerweise vor allem meine Freude teilen. Mein Glück, dass ich jeden Tag erleben darf. Aber eben auch traurige Momente gehören zu meinem Leben. Zu mir. Zu dir. Zu jedem von uns. Und schmerzvolle Erfahrungen sollten kein Tabu Thema sein. Ganz im Gegenteil.

Warum?

Warum er? Warum lässt Gott so etwas zu? Warum passiert sowas? Fuck Warum?

Diese Fragen hämmern in meinem Kopf. Es gibt keine Antworten darauf. Es gibt aber für mich einen Weg, den ich gehen will.

Ich möchte Abschied nehmen. Von einem besonderen Menschen. Ich möchte mich an wundervolle gemeinsame Momente erinnern. Und ich möchte meinen Schmerz annehmen, meine Ängste akzeptieren. Meine Ängste: Verluste so schmerzlich zu erfahren und nicht stark genug zu sein… ich möchte mich nicht von diesen Ängsten lähmen lassen, aber ich erkenne, dass ich meine Trauer, meinen Verlust und den Schmerz zulassen darf.

In den letzten Jahren habe ich mich von vielen Menschen oder Dingen verabschiedet. Aber es war immer meine Entscheidung. Und ich hatte meist die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Heute werde ich daran erinnert, dass die Entscheidung über einen endgültigen Abschied nicht meine sein muss…

Trauer – Verlust – Schmerz. Sie kamen heute sehr überraschend und ich will bewusst nicht wegschauen. Das Leben bietet mir die Chance, jeden Tag zu nutzen um glücklich zu sein.

Wie passen da diese drei Wörter zu? Trauer – Verlust – Schmerz? Nun, trotz der Gefühle, die uns alles andere als glücklich machen, können wir eine Entscheidung treffen: es weiter versuchen. Heute werde ich ganz sicher nicht mehr durch die Wohnung tanzen, sondern mich im Bett verkriechen. Heute werde ich nicht mehr laut Musik hören, sondern jemandem Besonderen gedenken. Ich werde das beste machen: mich an ihn erinnern. Und das Thema unseres letzten Gespräches in meinem Herzen als ewige Erinnerung an ihn behalten: die Liebe.

Liebe. Sie reicht über den Tod hinaus.

Liebe. Sie lebt weiter.

Liebe.

Sie erfüllt. Sie erfüllt ein trauriges Herz neu. Und sie gibt Hoffnung. Ich bin glücklich, diesen besonderen Menschen gekannt zu haben. Ich bin stolz, auch heute noch zu wissen, dass er Teil meiner ohana war.

Ich verabschiede mich heute von einem Weggefährten, ohne eine letzte Umarmung. In dem Wissen, dass er wusste, dass er etwas Besonderes für mich war.

Ich bin froh, dass ich die Chance heute habe, den Menschen, die mir etwas bedeuten, das zu sagen.

Und in diesem Sinn möchte ich dich ermuntern, das auch zu tun… lasst uns das Wesentliche im Fokus behalten. Lasst uns einander sagen wie wertvoll wir sind. Lasst uns einander unter die Arme greifen und nicht wegschauen, wenn Trauer oder Schmerz ins Spiel kommen. Lasst uns leben. Und jeden Tag neu versuchen, unser Glück zu fassen. Unser persönliches Glück zu gestalten. Lasst uns lieben. Denn Liebe ist, was zählt.

❤️

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