Ein Wort mit C…

Seit März steht die Welt nahezu still. Oder zumindest dreht sie sich für viele langsamer – definitiv auch für mich.
Ich nutze diese Zeit ganz bewusst für mich und habe mich dazu entschieden, die entstandene Entschleunigung als Chance wahrzunehmen und als solche zu nutzen ☺️

Ich sehe tatsächlich sehr viele Chancen: Ruhe fühlen, Natur genießen, Frühlingsgefühle, Selbst-Bewusstsein schaffen, Kontakte bewusst pflegen, Freundschaften stärken, Nachbarschaft feiern, und viele mehr…? Welche Chancen erkennst du für dich persönlich?

Viele von uns arbeiten seit März „plötzlich“ im Homeoffice – ich auch. ? Seit knapp drei Jahren arbeite ich jetzt als Coach und pädagogische Begleitung im sozialen Bereich. Meine Entscheidung, etwas zurück geben zu wollen, stand fest als ich 2016 nach meiner Weltreise meine Coachingausbildung gemacht habe. Mir wurde etwas ganz wichtig: jeder Mensch soll Gehör finden. Anstelle wieder zu reisen oder dauerhaft ins Ausland zu gehen, wollte ich mich aber in meinem Heimatland – und meiner Wahlheimat Hamburg einbringen – denn auch hier haben wir das Problem, dass längst nicht jedem Menschen sein Recht auf Bildung und Erziehung erfüllt werden kann. Dies hat zur Folge, dass viele nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen…

Wir hören im „Sozialstaat“ Deutschland kaum – oder aber meiner Meinung nach zu wenig – von sozial schwächer gestellten Mitbürgern. Das finde ich schade. Schule ist schon lange nicht mehr für jeden jungen Menschen problemlos zugänglich. Dies hat verschiedene Gründe… und ich versuche, Antworten zu finden und zu helfen, während ich meiner Arbeit nachgehe.

Ich begleite junge Menschen, die in eine Welt hinein geboren wurden, in der sie von klein auf mit Schwierigkeiten, sehr großen Problemen im Elternhaus, Geldsorgen, Krankheiten, wenig oder keiner Liebe und entsprechend geringen Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben zu recht kommen müssen. Junge Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten… wunderbare Menschen, die selbst aber oft noch nicht an sich und ihre Fähigkeiten glauben, weil vielleicht kein anderer das je getan hat.

Meine Arbeit leiste ich im Normalfall „vor Ort“ – sie ist geprägt vom Miteinander, dem 1:1, es geht um‘s Menschliche. ? Plötzlich gingen für alle Beteiligten im vergangenen März – wegen des abrupten Stopps meines Projekts durch das Kontaktverbot – wichtige Bestandteile und strukturgebende Rituale meiner Arbeit verloren… von heute auf morgen gab es keinen gemeinsamen Start mehr in den Tag – unsere Morgenrunden mit den Jugendlichen und unser gemeinsames Essen fanden von einem auf den anderen Tag schlichtweg nicht mehr statt ? es ergaben sich Lücken – aber auch neue Chancen!
Über Video Calls, Nachrichten und Telefonate biete ich weiterhin eine regelmäßige Begleitung an. 2020! Dank Zoom und co ist alles möglich… Meine Arbeit ist plötzlich weniger routiniert, weniger „standardisiert“ und vor allem: anders! Wenn etwas anders ist, bedeutet dies für viele Menschen, dass es unbequem und schwierig ist. ? Nicht jede Chance ist direkt von uns als solche zu erkennen! ? Entweder verschließen wir selbst manchmal die Augen davor oder die Chance ist noch zu versteckt… wir vergessen einfach oft, dass Chancen oftmals lange bevor wir sie wirklich erkennen da waren…

Ich liebe Andersartigkeit – sie weckt meine Neugier und meine Sympathie. Nicht zuletzt, weil ich auch immer als anders wahrgenommen wurde – ich war lange Zeit die einzige koreanisch aussehende kleine Katti weit und breit – aber gerade diese Andersartigkeit formte meinen Charakter und prägte mein Leben. ??‍?
Anders zu sein und daher automatisch aufzufallen war besonders als Kind nicht immer leicht – denn gerade als junger Mensch ist es wichtig, sich irgendwo zugehörig zu fühlen. Ich selbst habe während meines interkulturellen Studiums die Chance ? gehabt, meiner „Identitätsfindung” auf den Grund zu gehen. Ich befasste mich nämlich in meiner Bachelor Abschlussarbeit mit Integration von Koreanern in Deutschland. Anders zu sein bedeutet auch andere Chancen zu sehen und zu haben!

Aktuell erkenne ich zum Beispiel meinen alten Wunsch, von überall arbeiten zu können, in mir wieder. Als ich mich vor knapp drei Jahren auf eine soziale Arbeitsstelle hier in Deutschland eingelassen habe, wusste ich, dass temporär meine Reiselust deutlich eingeschränkt würde. Ich fand aber eine Arbeit, die mich fordert, die mich eigene Grenzen erkennen, überschreiten und mich über mich hinaus wachsen lässt! ?Ich fühle mich zwischendurch immer mal wieder wie ein untrainierter Bergsteiger, der regelmäßige Pausen braucht und noch an seiner Kondition arbeitet… ? Und was soll ich sagen… ich liebe es, bei mir selbst und bei anderen Chancen zu erkennen… ?

Ich erkenne heute auch rückblickend, dass ich es schon während meines Studiums und bei meinem Job in der technischen Redaktion geliebt habe: Optimierung und Ideen Entwicklung… ? Meine Begeisterung, Dinge leichter machen zu wollen oder logische Prozesse zu entwickeln, die Zeit sparen können, steht mir selbst aber auch manchmal im Weg. Kennst du das? Wenn du merkst, dass etwas zu lange dauert? Wenn etwas sehr anstrengend wird, aber das Ziel sich noch nicht deutlicher abzeichnet? Wenn du langsam aber sicher vor Erschöpfung den Sinn und Zweck deiner Bemühungen vergisst? ✋ Halt! Stopp den Ärger! Ich erinnere mich selbst: Denk an die Chancen! ?
Heute möchte ich bewusst an meinen Ursprung zurückzukehren… damit meine ich nicht (nur) meine deutsch-koreanischen Wurzeln oder vielleicht meine Andersartigkeit, sondern ich meine, dass ich mich auch ganz bewusst auf die ursprünglichen Ziele meines persönlichen Glückswegs besinnen möchte! Die Ziele, die mich und mein Durchhaltevermögen stärken! ? Wie verfolgen wir unsere Ziele? In dem wir sie nicht aus den Augen verlieren! ?

Dank der aktuellen Veränderungen in unserem Alltag und zumeist auch in unserem beruflichen Umfeld ist mir so wichtig geworden, dass wir als Menschen nicht unser Glück aus den Augen verlieren sollen! Klar. Wir sind alle anders. Aber wir sind alle Menschen! Wir wollen leben – glücklich leben. ❤️
Mein heutiger Aufruf lautet:
Lasst uns gemeinsam Chancen entdecken. Lasst uns füreinander da sein, uns in unserer Andersartigkeit und in unserer Gleichheit wahrnehmen und lasst uns lernen einander zuzuhören. ?

Wer sich über sein persönliches Ziel noch nicht im Klaren ist, dem möchte ich Mut machen, auf die innere Stimme zu hören… gerne stehe ich auch für ein persönliches Telefonat bereit! ??‍♀️

Und jetzt schließe ich mit dem Slogan meines ehemaligen Lieblings cupcake Bäckers: „share the love – it’s a happy thing“! ??

Deine Glücksfreundin Kati

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2 Kommentare

  1. Hallo Kati, ganz toller Beitrag. Ich musste während des lesens immerzu lächeln weil so viel positive Energie durchstrahlt. Liebsten Gruß
    Tanja

    1. Vielen Dank liebe Tanja ? Es ist mir besonders wichtig, mir ab und zu Dinge von der Seele zu schreiben ? wenn man mich oder meine positive Einstellung herauslesen kann, freue ich mich riesig!!! ?

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